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Was ein Schulgespräch ausrichten kann…

Jedenfalls denke ich seit Tagen über dieses Gespräch nach und bin wirklich niedergeschlagen, weil ich mich im Nachhinein total unverstanden, unter Druck gesetzt und abgelehnt fühle. Ich meine, bisher sind mir die wichtigen Lehrer meist mit einer ganz erstaunlichen und bedingungslos akzeptierenden Haltung begegnet. Aber von dieser authentischen Herzlichkeit war in dem spontan angesetzten Gespräch mit dieser Frau, dessen Hintergrund ich zuerst gar nicht verstanden habe, leider nichts zu spüren. Zuerst dachte ich wirklich, sie wolle nur mit mir darüber sprechen, was mir in Zukunft helfen würde, mich in beim Sprechen vor der Klasse wohler zu fühlen. Dann hat sie aber angefangen, mir ganz allgemeine Fragen zu stellen, und ich dachte wirklich erst mal, sie sei einfach nur generell daran interessiert, herauszufinden, was mir bei der Eingewöhnung helfen könnte. Leider war ich aber wegen meiner morgendlichen Blockade vor der Klasse noch so niedergeschlagen, dass ich sofort zugegeben habe, dass es momentan noch nicht so einfach für mich ist an dieser Schule... Und dann fing sie plötzlich an, mir vorzuschlagen, wieder eine Jahrgangsstufe zurückzugehen und das Gespräch lief von da an irgendwie in eine völlig verkehrte Richtung, sodass ich schon bald ziemlich verunsichert war und erfolglos versucht habe, mich für meine Probleme zu rechtfertigen... Und ich glaube, ich habe dann in meiner Unsicherheit ein paar ziemlich ungeschickte Bemerkungen gemacht. So hätte ich wohl besser nicht gesagt, dass mir der Leistungsdruck bereits in der Einstiegsklasse teilweise deutlich zu hoch war und ich ohne Hilfe wohl nicht so weit gekommen wäre bzw. dass ich die Klasse damals wegen fehlender Noten offiziell gar nicht bestanden habe, aber dafür mein Englisch innerhalb kurzer Zeit enorm verbessern konnte. Dass das ziemlich ungeschickte Aussagen waren, habe ich allerdings erst unmittelbar danach an ihrer Reaktion ("Aha" + hochgezogene Augenbrauen) gemerkt. Jedenfalls hatte ich im Nachhinein das Gefühl, dass es ihr hauptsächlich darum ging, meine generelle Eignung + Motivation nochmals zu überprüfen. Sie war zwar die ganze Zeit über freundlich, aber ich hatte den deutlichen Eindruck, dass sie gar nicht erst wirklich versucht hat, meine gesundheitliche und soziale Situation zu verstehen, und meinen Erfolg an dieser Schule (trotz Begabung) eher kritisch sieht - wenn ich mich nicht grundsätzlich "ändere"... 

Es geht mir hierbei gar nicht ausschließlich darum, WAS sie tatsächlich gesagt hat, sondern vor allem auch, WIE... In den Gesprächen mit anderen Lehrern hatte ich immer das wunderbare Gefühl, als der Mensch, der ich bin, ganzheitlich und bedingungslos akzeptiert und unterstützt zu werden. (Und genau diese Menschlichkeit hat mich emotional wirklich ganz tief berührt - und zu persönlichen Höchstleistungen angespornt - weil mir so etwas im Leben wirklich noch nie passiert war...) 

Aber dieses Mal hat man mir letzten Donnerstag viel mehr das Gefühl vermittelt, dass meine bisherigen Anstrengungen einfach auf Dauer "nicht genug" sind (dabei kann ich mich gar nicht noch mehr anstrengen, weil ich jetzt schon dauernd an meine Belastungsgrenzen stoße ) bzw. dass ich in der höheren Stufe auch nicht erwünscht bin und sowieso keine Chance habe - wenn es mir nicht langfristig gelingt, mich "zusammenzureißen" und "anzupassen"...
Dabei ist jeder Tag mit all seinen Eindrücken, Gefühlsschwankungen und sozialen Herausforderungen so unglaublich fordernd für mich, dass ich eigentlich fast ununterbrochen mit mir selbst kämpfen muss, um meine Gedanken zu sortieren, mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren, meine Gefühle zu regulieren und dabei auch noch herauszufinden, welches Sozialverhalten im jeweiligen Kontext mit den jeweiligen Personen angebracht ist.
Diese mentalen Anstrengungen können sich die meisten Leute wahrscheinlich kaum vorstellen, oder? Ich bin im Alltag nahezu jeden Abend am Limit, aber ich komme trotzdem fast jeden Tag gerne wieder - weil ich einfach so verdammt motiviert bin und dieses tolle soziale Umfeld mit den liebgewonnenen Personen trotz aller Schwierigkeiten nicht missen möchte! Und auch privat beschäftige ich mich jeden Tag mit unterrichtsrelevanten Dingen (Lesen, Audio Books etc.), auch wenn mein Kopf noch so voll ist und ich auf dem Heimweg im überfüllten Zug mal wieder nur knapp einer Panik-Attacke entgangen bin...
Ich gebe wirklich an jedem einzelnen Tag mein Bestes - doch viele sehen in mir nur einen anstrengenden, undisziplinierten, distanzlosen und unreifen Menschen und urteilen schon über mich, bevor sie mich überhaupt kennen... Es ist einfach immer wieder unglaublich verletzend und niederschmetternd, aufgezeigt zu bekommen, dass man den Erwartungen unserer Leistungsgesellschaft nie wirklich gerecht wird, egal wie hart man (von klein auf) an sich arbeitet und wie oft man schon ganz tief gefallen ist - und sich dann doch immer wieder hochgerappelt hat... 

18.1.16 13:51
 
Letzte Einträge: Kann eine Diagnose alles ändern?, Bezugspersonen, wegen denen ich mich weiterentwickle


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